Die Wallfahrtskirche Hl. Kreuz

Von den beiden historischen Gotteshäusern Strombergs, der Kirche auf dem Gelände der Burg und der Pfarrkirche St. Lambertus in Unterstromberg, weckt an erster Stelle die Kreuzkirche inmitten der Burganlage Interesse. Sie ist kostbarer Aufbewahrungsort eines hochverehrten Gnadenbildes, des Hl. Kreuzes von Stromberg, von Beginn an Mittelpunkt der seit rund 800 Jahren nachweisbaren Stromberger Wallfahrt. Diese ist eine der Beliebtesten und Bedeutendsten in Westfalen.

 

Die Kreuzkirche wird 1207 als “major ecclesia in castro” (die größere Kirche in der Burg) - im Vergleich zur Georgskapelle - genannt. Eine Urkunde aus dem Jahre 1208 bezeugt für Stromberg schon eine blühende Wallfahrt. Bei dieser Kirche handelt es sich jedoch um einen Vorgängerbau der heutigen Kreuzkirche, denn im Jahre 1316 brannte das Gotteshaus “durch die böswillige Tat eines Abtrünnigen” ab. Im Jahre 1344 konnte Stromberg zur Einweihung der neuen heutigen Kreuzkirche einladen. Aus der älteren übernahm die neue Kirche das Kreuzheiligtum sowie andere Einrichtungsgegenstände. Im Chor der Kirche stecken zahlreiche frühgotische Elemente, sodass man auch an die Übernahme älterer, beim Brand von 1316 verschonter Bauteile denken kann.

Die Kreuzkirche ist wie die Lambertikirche auch eine gotische, dreischiffige Hallenkirche auf fast quadratischem Grund. Der Chorraum ist in fünf Seiten eines Achtecks gebrochen und mit Strebepfeilern besetzt.

Die hoch aufragenden Fenster, die schlanken Säulen und die aufstrebenden
Gewölbe eröffnen einen eleganten Raum höfischen Stiles. Die Kreuzkirche hat nie einen Turm besessen, da ein weiterer Wehrturm innerhalb der Burg
überflüssig war. Heute befinden sich die Glocken, die früher an einem
hölzernen Glockenträger hingen, im Paulusturm.

 

Die Kreuzkirche gilt zusammen mit der Überwasserkirche der Bischofsstadt Münster als bedeutendster Bau des 14. Jh. im Münsterland.

 

  Ausstattung:

- Heiliges Kreuz , romanisches Kreuz aus Holz mit einem Haupt von
    beinahe byzantinischer Strenge, mit Silbermantel überzogen, um 1080-1100
- Madonna mit Christuskind und Lilie, Sandstein, 14. Jh.
- Kreuzigung Christi, Silber, eine der ältesten Votivgaben auf Stromberg

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